Dachdeckerei Baden
Dachsanierung & Modernisierung

Flachdachsanierung in Oldenburg: 450 m² mit U-Wert 0,14 W/m²K

An der Holtzinger Straße in Oldenburg haben wir ein 450 m² großes Flachdach energetisch saniert: Gefälledämmung, neue Bitumenabdichtung und neue Attika.

Dachdeckerei Baden6 Min. Lesezeit
Fertig saniertes Flachdach in Oldenburg mit neuer Bitumenabdichtung, Lichtkuppel und eingefassten Lüftungsrohren

Das Flachdach des Klinker-Mehrfamilienhauses an der Holtzinger Straße 1–3 in Oldenburg ist fertig saniert. Auf rund 450 m² haben wir eine neue Gefälledämmung, eine mehrlagige Bitumenabdichtung und eine neu verkleidete Attika umgesetzt. Das Dach erreicht jetzt einen U-Wert von 0,14 W/m²K und ist damit für viele Jahre gut gegen Wind, Schlagregen und Kälte im Nordwesten aufgestellt. Hier berichten wir, was gemacht wurde und warum.

Das Klinkerwohnhaus an der Holtzinger Straße vor Beginn der Sanierung.
Das Klinkerwohnhaus an der Holtzinger Straße vor Beginn der Sanierung.

Warum musste dieses Flachdach energetisch saniert werden?

Die alte Dachhaut war in die Jahre gekommen und die vorhandene Dämmung entsprach längst nicht mehr dem, was ein Wohnhaus heute braucht. Eine reine Reparatur hätte die Probleme nur verschoben, deshalb fiel die Entscheidung für eine vollständige energetische Sanierung.

Von der Straße aus wirkte das dreigeschossige Klinkerhaus solide und gepflegt. Oben auf dem Dach sah es anders aus: Die Bitumenabdichtung war verwittert, an vielen Stellen spröde und durch Jahrzehnte voller Sonne, Frost und Küstenwind gezeichnet. Flachdächer haben es im Nordwesten nicht leicht. Regen kommt hier oft waagerecht, und salzhaltige Luft setzt Materialien zusätzlich zu.

Hinzu kam die energetische Seite. Bei einem Flachdach geht ein großer Teil der Wärme direkt nach oben verloren, wenn die Dämmung zu dünn oder veraltet ist. Für die Bewohner unter dem Dach bedeutet das kühle Decken im Winter und aufgeheizte Räume im Sommer. Wer ohnehin die Abdichtung erneuern muss, sollte die Dämmung deshalb immer gleich mitdenken – denn ein zweites Mal öffnet man ein Dach ungern.

Vollständig eingerüstet mit Treppenturm und Fangnetzen: Die Dachsanierung läuft.
Vollständig eingerüstet mit Treppenturm und Fangnetzen: Die Dachsanierung läuft.

Dachsanierung Ablauf: Wie läuft eine Baustelle dieser Größe ab?

Am Anfang stehen Bestandsaufnahme, Planung und Sicherheit, danach folgen Rückbau, Dämmung, Abdichtung und zuletzt der Dachrand. Jeder Schritt baut auf dem vorherigen auf, deshalb ist eine saubere Reihenfolge entscheidend.

Bevor auf dem Dach überhaupt gearbeitet wurde, haben wir das Gebäude vollständig eingerüstet. Ein Treppenturm sorgte für einen sicheren Auf- und Abstieg, Fangnetze und ein umlaufendes rotes Sicherheitsnetz schützten Mitarbeiter und Passanten an der Ecke Zeughausstraße. Gerade bei einem Mehrfamilienhaus an einer belebten Straße ist das kein Beiwerk, sondern Grundvoraussetzung für ruhiges, konzentriertes Arbeiten.

Anschließend wurde das Material auf dem Dach eingelagert: Dämmplatten, Bitumenbahnen und Kanthölzer für den neuen Dachrand. Kurze Wege sparen auf einer Fläche von 450 m² viel Zeit und halten das Material trocken und griffbereit. Der grobe Ablauf sah dann so aus:

  1. Bestandsaufnahme: Prüfung von Dachhaut, Untergrund und allen Anschlüssen.
  2. Vorbereitung: Sicherung, Einrüstung und Materiallogistik.
  3. Dämmung: Verlegen der keilförmigen Gefälledämmung.
  4. Abdichtung: Mehrlagiges Verschweißen der neuen Bitumenbahnen.
  5. Anschlüsse und Dachrand: Einfassen der Aufbauten, Erneuern der Attika.

Wichtig bei bewohnten Gebäuden: Wir arbeiten abschnittsweise und achten darauf, dass offene Flächen am Ende eines Arbeitstages wieder dicht sind. So bleibt das Haus auch bei einem plötzlichen Schauer geschützt.

Dämmplatten, Bitumenbahnen und Kanthölzer liegen auf der alten Dachhaut bereit.
Dämmplatten, Bitumenbahnen und Kanthölzer liegen auf der alten Dachhaut bereit.

Wozu dient eine Gefälledämmung auf dem Flachdach?

Eine Gefälledämmung dämmt nicht nur, sie sorgt gleichzeitig dafür, dass Regenwasser zuverlässig abläuft. Die Dämmplatten sind dafür keilförmig zugeschnitten und erzeugen ein leichtes, gleichmäßiges Gefälle zu den Abläufen.

Auf diesem Dach kamen Platten aus PIR- und EPS-Hartschaum zum Einsatz. PIR ist ein besonders leistungsfähiger Dämmstoff, der schon bei geringer Dicke viel Wärme zurückhält. EPS ist der bekannte weiße Hartschaum, leicht und formstabil. Beide Materialien zusammen ergeben einen Aufbau, der gut dämmt und sich präzise auf die Gegebenheiten des Daches abstimmen lässt.

Warum ist das Gefälle so wichtig? Ein Flachdach ist nie ganz flach, und das ist gut so. Bleibt Wasser in Mulden stehen, sogenannten Pfützen, belastet es die Abdichtung dauerhaft. Im Winter kann es gefrieren, im Sommer bilden sich Ablagerungen. Mit einem durchdachten Gefälle fließt das Wasser dorthin, wo es hingehört – in die Entwässerung.

Was bedeutet ein U-Wert von 0,14 W/m²K?

Der U-Wert gibt an, wie viel Wärme durch ein Bauteil verloren geht. Je niedriger er ist, desto besser hält das Dach die Wärme im Haus – und 0,14 W/m²K ist für ein Flachdach ein sehr guter Wert.

Für die Bewohner heißt das ganz praktisch: Die Wohnungen im obersten Geschoss bleiben im Winter spürbar wärmer, und im Sommer dringt weniger Hitze von oben ein. Die Heizung muss weniger gegen Wärmeverluste über das Dach anarbeiten. Ältere Flachdächer, wie sie in Oldenburg und Umgebung häufig auf Mehrfamilienhäusern aus der Nachkriegszeit zu finden sind, liegen oft deutlich darüber. Ein solcher Wert entsteht allerdings nicht allein durch dicke Dämmplatten. Er gelingt nur, wenn Dämmung, Abdichtung und Anschlüsse lückenlos zusammenpassen – ohne Wärmebrücken, also ohne Stellen, an denen Wärme ungehindert nach außen entweicht.

Neue Bitumenabdichtung mit Entlüftern, Lüftungshaube und Aluminium-Dachrandabschluss.
Neue Bitumenabdichtung mit Entlüftern, Lüftungshaube und Aluminium-Dachrandabschluss.

Flachdachsanierung Abdichtung: Warum mehrlagig verschweißte Bitumenbahnen?

Mehrlagig verschweißte Bitumenbahnen bilden eine robuste, wasserdichte Außenhaut, die auch starken Belastungen durch Wind und Wetter standhält. Mehrere Lagen bieten dabei eine zusätzliche Sicherheitsreserve.

Die alte, verwitterte Dachhaut haben wir vollständig durch neue Bitumenbahnen ersetzt. Die Bahnen werden mit dem Brenner verschweißt, sodass sie fest miteinander und mit dem Untergrund verbunden sind. Die oberste Lage ist mit einer Beschieferung versehen, also mit feinen Mineralkörnchen, die das Bitumen vor UV-Strahlung schützen. Gerade bei der Flachdachsanierung entscheidet die Abdichtung darüber, wie lange das Dach ruhig bleibt.

Die eigentliche Kunst steckt in den Details. Auf diesem Dach gibt es zahlreiche Durchdringungen: Lüftungsrohre, Entlüfter, eine Lichtkuppel und weitere Dachaufbauten. Jede dieser Stellen ist ein möglicher Schwachpunkt, wenn sie nicht sorgfältig eingefasst wird. Alle Anschlüsse wurden deshalb neu hergestellt und dicht in die Abdichtung eingebunden. Die Entlüfter sorgen zusätzlich dafür, dass eventuell vorhandene Restfeuchte aus dem Dachaufbau entweichen kann.

Frisch eingefasste Aufbauten und Lichtkuppel, sauber an die Attika angeschlossen.
Frisch eingefasste Aufbauten und Lichtkuppel, sauber an die Attika angeschlossen.

Welche Aufgabe hat die neue Attika mit HPL-Verkleidung?

Die Attika ist die umlaufende Aufkantung am Dachrand. Sie schützt den Übergang zwischen Dach und Fassade und gibt dem Gebäude seinen oberen Abschluss.

Auch die Attika haben wir erneuert und anschließend mit weißen HPL-Schichtstoffplatten verkleidet. HPL steht für High Pressure Laminate, also Hochdruck-Verbundplatten, die unter großem Druck und Hitze gepresst werden. Sie sind besonders witterungsbeständig, farbstabil und widerstandsfähig gegen Feuchtigkeit – Eigenschaften, die an einer exponierten Dachkante im Nordwesten zählen. Optisch bildet das klare Weiß einen schönen, ruhigen Kontrast zum roten Klinker. Das Haus wirkt aufgeräumt und modern, ohne seinen Charakter zu verlieren. Die Abdichtung ist sauber an die Attika angeschlossen, und Aluminiumprofile bilden den Dachrandabschluss.

Wenn wir nach einer solchen Sanierung ein letztes Mal über die fertige Fläche gehen, ist das auch nach vier Generationen im Handwerk ein guter Moment. Ein Flachdach, das trocken bleibt, die Wärme hält und gut aussieht – genau dafür machen wir diese Arbeit.

Viele Hausbesitzer und Verwalter von Mehrfamilienhäusern fragen sich, ob ihr eigenes Flachdach ähnlichen Handlungsbedarf hat. Die häufigsten Fragen dazu beantworten wir in den FAQ unten. Wer eine Einschätzung zum eigenen Dach wünscht, kann gern einen Termin mit uns vereinbaren – über dach-baden.de oder telefonisch. Wir schauen uns das Dach in Ruhe vor Ort an.

Fertig saniertes Flachdach mit neuer, sauber verlegter Bitumenabdichtung, neuen Lüftungsrohren, eingefassten Aufbauten und einer Lichtkuppel. Das Dach ist rundum mit Gerüst und rot
Fertig saniertes Flachdach mit neuer, sauber verlegter Bitumenabdichtung, neuen Lüftungsrohren, eingefassten Aufbauten und einer Lichtkuppel. Das Dach ist rundum mit Gerüst und rot

Häufige Fragen

Typische Hinweise sind spröde oder rissige Dachhaut, stehende Pfützen nach Regen, feuchte Stellen an der Decke im obersten Geschoss oder auffällig kalte Räume unter dem Dach. Eine fachliche Prüfung vor Ort klärt, ob eine Reparatur reicht oder eine Sanierung sinnvoll ist.

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