Dachdeckerei Baden
Dachsanierung & Modernisierung

Aufsparrendämmung im Bestand: Wärme halten, Energie gewinnen

Aufsparrendämmung im Bestand: Wie die Dämmung von außen Wärme im Haus hält, wie sie aufgebaut ist und warum sie gut zu Photovoltaik passt.

Dachdeckerei Baden6 Min. Lesezeit
Dachdecker in Arbeitskleidung und mit Helm, von hinten gesehen, verlegt Aufsparrendämmplatten auf einem gesicherten Steildach eines älteren Hauses

Wenn bei einer Dachsanierung die alten Pfannen abgenommen werden, liegt der Dachstuhl für ein paar Tage offen. Die Sparren, also die schrägen tragenden Holzbalken, sind dann von oben frei zugänglich. Genau in diesem Moment stellt sich bei vielen älteren Häusern im Nordwesten eine entscheidende Frage: Kommt nur eine neue Eindeckung drauf, oder wird das Dach gleich so gedämmt, dass es für die nächsten Jahrzehnte die Wärme im Haus hält?

In solchen Fällen empfehlen wir oft die Aufsparrendämmung. Warum das so ist, wie sie aufgebaut wird und wie das Dach dabei auf Wunsch auch Energie gewinnen kann, erklären wir in diesem Überblick.

Warum ist die Aufsparrendämmung bei der Sanierung im Bestand so oft die erste Wahl?

Weil sie das Dach von außen wie ein durchgehender Mantel umschließt. Die Dämmplatten liegen oben auf den Sparren und nicht dazwischen. Dadurch entsteht eine geschlossene Schicht, die nicht vom Holz unterbrochen wird.

Das ist wichtiger, als es zunächst klingt. Holz dämmt deutlich schlechter als moderne Dämmstoffe. Liegt die Dämmung nur zwischen den Sparren, wird sie in regelmäßigen Abständen von einem Balken unterbrochen. An diesen Stellen entstehen Wärmebrücken, also Bereiche, über die Wärme schneller nach draußen wandert. Bei der Aufsparrendämmung fallen diese Schwachstellen weitgehend weg.

Für Hausbesitzer im Bestand kommt ein ganz praktischer Vorteil hinzu: Gearbeitet wird von außen. Verkleidungen, Tapeten und Einbauten im Dachgeschoss bleiben unberührt, und die Räume unter dem Dach sind während der Sanierung in der Regel weitgehend nutzbar. Wer sein Dachgeschoss bewohnt, muss also nicht ausräumen und wochenlang mit Staub im Wohnraum leben.

Auch im Sommer macht sich der Unterschied bemerkbar. Viele kennen die stickigen Zimmer unter der Dachschräge, wenn die Sonne den ganzen Tag auf die Ziegel brennt. Eine durchgehende Dämmschicht oberhalb der Sparren bremst nicht nur den Wärmeverlust im Winter, sondern auch die Hitze, die im Sommer von außen hineindrückt.

Ein frisch aufgestellter Holzdachstuhl mit Sparren und Schalung zeigt, worauf Dämmung und Eindeckung später aufbauen.
Ein frisch aufgestellter Holzdachstuhl mit Sparren und Schalung zeigt, worauf Dämmung und Eindeckung später aufbauen.

Wie ist eine Aufsparrendämmung aufgebaut?

Eine Aufsparrendämmung besteht aus mehreren Schichten, die genau aufeinander abgestimmt sein müssen. Von innen nach außen sieht der Aufbau typischerweise so aus:

  • Luftdichtheitsschicht: eine Bahn, die über die Sparren oder die Schalung verlegt wird und verhindert, dass warme, feuchte Raumluft in die Dämmung zieht. Je nach Aufbau übernimmt sie zugleich die Aufgabe einer Dampfbremse.
  • Dämmplatten: die eigentliche Wärmeschutzschicht, die fugendicht und ohne Lücken verlegt wird.
  • Unterdeckung: eine wasserableitende Bahn oder Platte über der Dämmung. Sie ist die zweite Sicherung, falls bei starkem Wind doch einmal Wasser unter die Ziegel gelangt.
  • Konterlattung: Latten in Richtung der Sparren, die einen Luftspalt schaffen, damit eventuelle Feuchtigkeit abtrocknen kann.
  • Lattung und Eindeckung: die Querlatten, auf denen schließlich Ziegel oder Dachsteine liegen.

Im Nordwesten legen wir besonderes Augenmerk auf die Unterdeckung und ihre Überlappungen. Schlagregen, also Regen, den der Küstenwind fast waagerecht gegen das Dach drückt, findet sonst seinen Weg in jede Fuge. Dringt Feuchtigkeit in die Dämmung ein, verliert sie einen großen Teil ihrer Wirkung. Ein gut gedämmtes Dach ist deshalb immer auch ein sorgfältig abgedichtetes Dach.

Aufsparrendämmplatten werden auf die freigelegten Sparren eines Steildachs verlegt.
Aufsparrendämmplatten werden auf die freigelegten Sparren eines Steildachs verlegt.

Wann passt die Aufsparrendämmung – und wann eine andere Variante?

Am stimmigsten ist sie, wenn die Eindeckung ohnehin erneuert werden muss. Sind die Ziegel porös, fehlt eine Unterspannbahn, also eine zweite wasserführende Schicht unter den Ziegeln, oder ist die alte Lattung marode, wird das Dach sowieso geöffnet. Dann lässt sich die Dämmung in einem Zug mit einbauen.

Ist die Eindeckung dagegen noch in gutem Zustand und soll das Dachgeschoss ohnehin von innen ausgebaut werden, kann eine Zwischensparrendämmung die passendere Lösung sein. Dabei wird das Dämmmaterial in die Fächer zwischen den Sparren eingebracht. Manchmal ergibt auch eine Kombination Sinn, etwa wenn eine vorhandene Dämmung zwischen den Sparren noch intakt ist und von außen ergänzt wird.

Welcher Weg zum Haus passt, entscheiden wir nicht vom Schreibtisch aus. Als zertifizierter Sachverständigen-Betrieb prüfen wir vorher den Dachstuhl auf Tragfähigkeit, Feuchte und Schädlingsbefall, schauen uns die vorhandene Dämmung an und beurteilen die Anschlüsse. Erst danach gibt es eine Empfehlung, wo nötig abgestimmt mit Architekten oder Energieberatern.

Flachdachsanierung im Gange: Bitumenbahnen werden verlegt und eine Lichtkuppelöffnung sorgfältig angeschlossen.
Flachdachsanierung im Gange: Bitumenbahnen werden verlegt und eine Lichtkuppelöffnung sorgfältig angeschlossen.

Was ändert sich an Traufe, Ortgang und Anschlüssen, wenn das Dach höher wird?

Durch die Dämmschicht auf den Sparren wird der Dachaufbau um einige Zentimeter höher. Das ist kein Problem, muss aber von Anfang an mitgeplant werden.

An der Traufe, also der unteren Dachkante mit der Regenrinne, wird der Übergang neu ausgebildet und die Rinne an die neue Höhe angepasst. Am Ortgang, dem seitlichen Dachrand am Giebel, braucht es saubere Abschlüsse, damit der Wind nicht unter die Dämmung greifen kann. Bei Reihen- und Doppelhäusern gehört auch der Übergang zum Nachbardach dazu.

Besonders genau arbeiten wir an Schornstein, Dachfenstern und Gauben, also den Aufbauten mit eigenem Fenster in der Dachschräge. Hier treffen viele Schichten aufeinander, und hier entscheidet sich, ob die Dämmung lückenlos bleibt. Wer ohnehin über neue Dachfenster nachdenkt, spricht das am besten gleich bei der Planung an. Die Einbaurahmen lassen sich dann passend zur neuen Dämmstärke setzen.

Eingerüstetes Eckgebäude in Oldenburg mit Walmdach und Gauben, im Hintergrund die Lambertikirche.
Eingerüstetes Eckgebäude in Oldenburg mit Walmdach und Gauben, im Hintergrund die Lambertikirche.

Wie lässt sich Photovoltaik mit der Aufsparrendämmung kombinieren?

Sehr gut, wenn sie früh mitgeplant wird. Ist das Dach für die Aufsparrendämmung ohnehin offen, können Halterungen und Kabelwege gleich so vorbereitet werden, dass sie die neue Dämmschicht nicht unnötig durchstoßen. Jede Durchdringung, also jede Stelle, an der etwas durch die Dachhaut geführt wird, wird dann einmal sauber abgedichtet, statt später nachträglich.

Eine besonders ruhige Optik entsteht, wenn die Module in die Dachfläche integriert werden. Das Dach wirkt dann wie aus einem Guss. Bei der Planung klären wir, wie Dachstuhl und Lattung die zusätzliche Last aufnehmen und wie unsere Arbeiten mit dem Elektrofachbetrieb ineinandergreifen. So wird aus einem Dach, das früher Wärme verloren hat, eines, das Wärme hält und zusätzlich Energie gewinnt.

Wie läuft eine Aufsparrendämmung in Oldenburg ab?

Jedes Dach ist anders, der Ablauf folgt aber einer klaren Reihenfolge:

  1. Bestandsaufnahme vor Ort: Wir prüfen Dachstuhl, Eindeckung, Dämmung und Anschlüsse. Hausbesitzer müssen dafür nicht selbst aufs Dach.
  2. Planung: Dämmstärke, Material, Anschlüsse und gegebenenfalls Photovoltaik werden festgelegt und mit allen Beteiligten abgestimmt.
  3. Gerüst und Rückbau: Das Dach wird abschnittsweise abgedeckt, damit es nicht länger als nötig offen liegt.
  4. Dämmung und Abdichtung: Luftdichtheitsschicht, Dämmplatten und Unterdeckung werden verlegt, die Anschlüsse sorgfältig ausgebildet.
  5. Neueindeckung: Lattung, Ziegel und Firstziegel, also die gewölbten Ziegel auf der obersten Dachkante, schließen das Dach ab.

Gerade bei unserem Wetter im Nordwesten ist die abschnittsweise Arbeit wichtig. Zieht ein Schauer auf, wird der offene Bereich gesichert, bevor es weitergeht. In vierter Generation kennen wir die Launen des Küstenwetters gut genug, um Arbeitsschritte und Termine darauf abzustimmen.

Eine energetische Dachsanierung ist keine Entscheidung für einen Nachmittag. Besonders sinnvoll ist sie, wenn mehrere Themen zusammenkommen: eine alternde Eindeckung, Räume unter dem Dach, die im Winter nicht richtig warm werden, und vielleicht schon der Wunsch nach eigenem Strom. Wer diese Punkte bündelt, öffnet sein Dach nur einmal.

Antworten auf häufige Fragen haben wir unten in den FAQ zusammengestellt. Wer wissen möchte, ob eine Aufsparrendämmung für das eigene Haus infrage kommt, kann gern einen Termin vereinbaren, auch online über dach-baden.de. Wir schauen uns das Dach vor Ort an und geben eine ehrliche Einschätzung, ganz ohne Eile.

Fertiggestelltes modernes Einfamilienhaus mit dunklem Satteldach und vollflächig integrierter Photovoltaikanlage, Dachterrasse mit Glasüberdachung; davor ein Firmenwagen von Dachde
Fertiggestelltes modernes Einfamilienhaus mit dunklem Satteldach und vollflächig integrierter Photovoltaikanlage, Dachterrasse mit Glasüberdachung; davor ein Firmenwagen von Dachde

Häufige Fragen

Bei der Aufsparrendämmung werden Dämmplatten von außen oben auf die Sparren gelegt. So entsteht eine durchgehende Dämmschicht über dem gesamten Dach, die kaum von Holzbalken unterbrochen wird und dadurch Wärmebrücken weitgehend vermeidet.

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